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Rezensionen:
Ivo Csampai, nmz 12/2001, Seite 52
"Ganz
im Sinne" der Klaviermethodik
Elgin
Roths Buch zur Klaviermethodik der Gegenwart hebt einen Wissensschatz.
Das alte philosophische Wort: "Das Ganze ist immer mehr als die
Summe der einzelnen Teile" scheint in der gegenwärtigen
klaviermethodischen Diskussion mehr denn je an Aktualität zu gewinnen.
Ganzheitliche Schulung von Körperbewusstsein, Bewegungskoordination und
nicht zuletzt Klangvorstellung spielten in der Geschichte des
klassischen Klavierspiels und der unmittelbar damit verbundenen
spezifischen Entwicklung unterschiedlichster Spieltechniken schon seit
jeher eine zwar im Ergebnis selten konsensstiftende, jedoch sehr
wesentliche Rolle. Mit dem Erscheinen des erst kürzlich herausgegebenen
Buches ist der herausragenden Autorin Elgin Roth, selbst langerfahrene
Klavierprofessorin und Methodik-Expertin, ein diesbezüglich für die
klassische Klaviermethodik exzellenter Wurf gelungen – eine Novität
in diesem Genre. Das Buchwerk bemüht sich um faktische Aufhellung der
jeweiligen Klavierspielpraxis respektive Körperbewusstsein von den
Ursprüngen bis heute und verfolgt insbesondere "das Ziel,
klaviermethodisch relevantes Wissen der letzten drei Jahrhunderte wieder
allgemein verfügbar zu machen, und zwar im Sinne der Prinzipien heute
anerkannter Körperpraktiken (Eutonie, F.M.-Alexander-Technik,
Feldenkrais, Dispokinese, Kinesiologie usw.)."
Unterschätzte
Methodik
Es
lässt sich aus verständlichen Gründen leicht nachvollziehen, dass
Klavierpädagogen heute wie damals in ihrer freien Zeit lieber Klavier
spielen und üben, anstatt sich langwierig mit klaviermethodischen
Traktaten, und seien sie inhaltlich noch so wertvoll, auseinander zu
setzen. Dass bei einem natürlichen, ökonomisch bewussten Klavierspiel
zur künstlerischen Arbeit auch die minuziöse Auseinandersetzung mit
klaviermethodischen und -technischen Detailfragen unausweichlich
hinzukommt, zumal dies die eigene klavierpädagogische Unterrichtspraxis
geradezu ausmacht, wird theoretisch heute kaum mehr ein Klavierlehrer
bezweifeln wollen, ist dennoch weitestgehend im Berufsalltag nach wie
vor schlichtweg unterschätzt, verschleiert und verdrängt worden –
somit Tür und Tor offen lassend für methodische Fehlinterpretationen.
Die hieraus tradierten defizitären Werte bestimmen noch im hohen Maße
die gegenwärtige klassische Klavierspiel- und Unterrichtspraxis und
deren gesamte pianistische Kulturlandschaft.
Elgin
Roths Buch zur Klaviermethodik der Gegenwart vermag den diesbezüglich
verloren gegangenen (Wort- und) Wissensschatz in kongenialer Weise zu
heben, zu bergen und für die heutige Praxis der klassischen
Klaviermethodik/-pädagogik wieder neu verfügbar zu machen. Somit hält
es durchweg nicht nur was es verspricht, sondern mehr noch: Auf
einmalige Weise gelingt es der Autorin in ihrem Buch, unter
kinästhetisch ganzheitlicher Betrachtungsweise, eine seit langem schon
anstehende, systematische Erläuterung einer klavierpädagogisch
praxisnahen Terminologie zur Klaviermethodik der Gegenwart zu
unternehmen. Der Leser des Buches kommt in den Genuss eines höchst
aufschlussreiches und spannendes Zitatenwerk der teils heftig sich
widersprechenden Thesen führender Klaviermethodiker. Doch Vorsicht,
bitte langsam!
Elgin
Roths "Arbeit mag auf den ersten Blick den Eindruck erwecken, als
verfolge sie das Ziel, Zitate aus bekannten und weniger bekannten Werken
der Klaviermethodik geordnet nach Themenkreisen lediglich
zusammenzutragen und ihre Quelle anzugeben, um sie so leichter
verfügbar zu machen. Eine Art Schlagwortkatalog der Klaviermethodik
sozusagen... Diese Zielsetzung ist aber gerade nicht die Absicht der
Autorin, vielmehr zielt ihre Arbeit wesentlich darüber hinaus, soll sie
doch Stellung beziehen, also nicht alles in neutraler Zurückhaltung im
Raum ‚stehen lassen', was je zu diesem Thema geschrieben worden
ist."
Zusammenhänge
aufzeigen
So
versucht sie stets die wahrhafteste Zielstellung der relevanten
Zusammenhänge künstlerischen Klavierspiels aufzuzeigen, die in praxi
eine ganzheitliche Behandlung erfordern. Ihr Buch gerät dadurch zu
einem Hauptwerk der ganzheitlichen Klavierspielpraxis par excellence,
darüberhinaus zu einem Werk der Kunst des richtigen
Klavierunterrichtens. Das exorbitante Expertenwissen der Autorin zeigt
sich intensiv wie umfassend um korrekte Aufhellung klaviermethodischer/-technischer
Primär-Sachverhalte ("Basistechnik") bemüht. Die in Kapitel
geordneten, klavierhandwerklichen Aspekte sind terminologisch korrekt
benannt und entsprechen in Inhalt und Form analog der körperlich
ganzheitlichen Funktionskette beim Klavierspielen, ausgehend von den
großen Teilen (Rücken) zu den kleinen Teilen (Finger) und nicht, wie
verhängnisvollerweise üblich geworden, umgekehrt und dabei sogar
unvollständig in der Summe aller Teile. In vielerlei Hinsicht birgt
dieses Werk ein Höchstmaß an brisantem Material in sich, was
Klavierpädagogen und Konzertpianisten nicht wenig angehen dürfte und
über das in den Fachgruppen von heute und unter Klavierstudenten wenn
möglich, offen zu diskutieren sein wird. Dieses kolossal kluge Buch sei
speziell Klavierpädagogen (-professoren), Pianisten und
Klavierstudenten wärmstens anempfohlen, da darin die lebendigsten
Ideale klaviermethodisch-technischen Denkens und Verstehens in
ganzheitlicher Auswirkung auf Theorie und Praxis der Klavierspielkunst
äußerst klar, wie kaum zuvor, zur Sprache kommen. "Deshalb muss
man, wenn man vom Klang spricht, auch von seinem Entstehen, das heißt
von der Technik sprechen; wenn man von der Technik spricht, muss man vom
Klang sprechen," bemerkte schon Heinrich Neuhaus zum Thema. Und das
tut dieses Buch, welches ohne Zweifel als eines "der"
Schlüsselwerke der Klaviermethodtik der Gegenwart zu werten sein wird
und demnächst in keiner Privatbibliothek des Pianisten, Klavierlehrern
und Studenten mehr fehlen sollte.
Zu
Recht wird dem Werk derzeit schon die ungeteilte Aufmerksamkeit des
Fachpublikums zuteil, also die der klaviermethodischen Zirkel. In den
Klavierfachgruppen der Musikschulen, Konservatorien, Musikhochschulen
und anderen Pianistenschmieden zeigte sich schon bereits vor der
Drucklegung des Buchmanuskripts hohe Nachfrage wie gespanntes Interesse
hinsichtlich dessen inhaltlicher Brisanz. Denn gegenwärtig wird, immer
noch und fast überall, zu häufig zu den relevanten Fragen der
Klaviermethodik/-technik sich ausgeschwiegen, werden zentrale Themen mit
Tabus belegt. Konstruktive und wirklich offene Diskussionen zum Thema
"Klavierspiel und Körperbewusstsein" scheiterten oft schon
bereits im Ansatz, da sie in verantwortlichen Fachgremien aus
Unwissenheit allzugerne ignoriert wurden, einfach aus Desinteresse zu
kurz kamen. "Durch die Dominanz von sich als ‚rein
wissenschaftlich' gebärdenden Darstellungen des spieltechnischen
vorgangs geriet die seit jeher gültige Forderung nach
gesamtkörperlicher Wahrnehmung der Spielbewegung theoretisch wie
praktisch in den Hintergrund. ‚Physiologie war ja die große Mode' (Martienssen,
1954), beschränkte sich aber meist auf den ‚Spielapparat' Arm, Hand
und Finger. Die daraus resultierende einseitige Terminologie bestimmt
bis heute das klaviermethodische Feld."
Manche
klaviermethodischen Hauptvertreter taten sich nicht selten durch
Aussagen wie gängige Thesen hervor, deren alles beherrschende Termini
(zum Beispiel die "Gewichtstechnik") auf eklatanten
klaviermethodischen wie physiologischen Missverständnissen fußten,
meist zu vage ausformuliert wurden und "basistechnisch"
offensichtliche Widersprüche, bereits in sich bargen, was für die
praktische Entwicklung der Klavierspielkunst, bis in unsere Gegenwart,
nicht ohne gravierende Folgen blieb. In der Sache zog dies schon damals
wie auch heute die berechtigte Kritik verantwortlich denkender
Klavierpädagogen auf sich.
Entwicklungsverlauf
Der
Leser mitvollzieht nach nochmaligem Nachschlagen des Werkes den
widersprüchlichen, folgenschweren, durch defizitäre Rückschläge
gekennzeichneten Entwicklungsverlauf der nun schon über 300-jährigen
klaviermethodischen/-technischen Entwicklungsgeschichte, eine für
klassische Klavierspielpraxis unserer Zeit nicht immer einfach zu
verstehende oder gar leicht nachzuvollziehende Geschichtsentwicklung.
Das
scheint sich jedoch mit der Herausgabe dieses dokumentatorisch
fundamentalen Werkes nun gründlich ändern zu können. Für die
Veröffentlichung solch eines verantwortungsvollen Buchvorhabens hätte
wahrlich keine sachkompetentere Vertreterin aus den Reihen hellsichtiger
Klaviermethodiker gewonnen werden können, als die heute 75-jährige,
stets mit brillantem Sachverstand für das Klavierspiel im
ganzheitlichen Sinne einstehende Klavierprofessorin und
Klaviermethodikerin Elgin Roth. Sie gilt heute als "die"
Expertin in Sachen Elisabeth Caland, jener herausragenden
Klaviermethodikerin, die vor über einem Jahrhundert schon jener
drohenden Entwicklung mehr als kritisch gegenüberstand und sieben
epochal zu nennende Schriften zur Klaviermethodik verfasste.
Hierzu
aus dem Klappentext des Nachschlagwerkes von Elgin Roth: "Die unter
dem Aspekt gültiger kinästhetischer Wertnormen zusammengestellten
Zitate sollen interessierten Studenten und Pädagogen als Anregung
dienen für die ‚allgemeine Erkenntnis des Grundgedankens, nämlich
die Einbeziehung des ganzen Körpers als funktionell einheitlich zu
behandelnden Bewegungsapparates beim Spielvorgang.'" (Elisabeth
Caland, 1910). Aus dem Vorwort erfährt der Leser, wie im thematischen
Kontext mit den Zitaten verständig umzugehen und zu verfahren ist.
Elgin
Roths brillierendes Wissen kommt in ihrem Buch voll zur Entfaltung und
dem interessierten Leser erschließen sich fundamentale Zusammenhänge
ohnegleichen. Das Nachschlagwerk, dessen Zitate als Originalbotschaften
kein Mehr an Aussagekraft mehr zulassen, steht auf dem allerneuesten
Erkenntnisstand um die Dinge des Klavierspiels ("Schwerpunkt",
"Gleichgewicht", "Koordination") und versteht es
darüber hinaus, das Detailwissen der alten Meister des Klavierspiels
mit dem heutigen Wissen auf erhellende Weise wiederzuvereinen. Es ist
ein im höchsten Grade sensibilisierendes Werk, welches den immer mehr
verloren gehenden Idealansprüchen, die man an die heutige
Klavierspielkunst und deren Ausbildung aktuell zu stellen hätte, "gänzlichst"
und aufs Überzeugendste gerecht wird. (Ivo Csampai, Neue Musikzeitung
2001/12, 50. Jahrgang, Seite 52)
Gerhard
Herrgott, Üben & Musizieren, April/Mai 2002
Elgin
Roths Buch ist eine absolute Novität: ein historisches Wörterbuch der
Klaviertechnik - nicht mit eindeutigen Definitionen (das wäre
angesichts des zersplitterten Wissensstandes unmöglich), sondern mit
einer Polyphonie von weit über 100 AutorInnen; die Textstellen sind
ungefähr 50 Stichwörtern zugeordnet, sie behandeln u. a. Tonbildung
und Klangschönheit, Gleichgewicht und Aufrichtung, Körperkoordination
und den gegliederten Spielapparat, klassische methodische Kontroversen
(Elastische Fixation kontra Gewicht) und spezifische Techniken zur
Kontrolle der Handbewegungen (wie Dreh- und Stützpunkte und Auffangen
der Töne).
Was
sich zunächst harmlos als bloße Zitatensammlung präsentiert, ist
jedoch zugleich der Versuch, durch Auswahl, Anordnung und (knappe)
Kommentierung der Textauszüge Elisabeth Calands Lehre des
künstlerischen Klavierspiels der Vergessenheit zu entreißen. Etwa ein
Drittel der 855 Zitate entstammen Calands zwischen 1897 und 1912
erschienenen und seit 1922 nicht mehr nachgedruckten Schriften. Wieso
ist Calands Methode aus dem Blickfeld geraten? Ihre Schriften kreisen um
die Erfahrung, daß bestimmte Kunstbewegungen einen eigentümlich
strahlenden und schwebenden Klavierklang ermöglichen. Ihr Versuch,
dieses Phänomen rational zu beschreiben, griff notwendigerweise auf die
Sprach- und Vorstellungswelt ihrer Zeit zurück, die Mechanik und
Energetik des ausgehenden 19. Jahrhunderts; so deutete sie ihre
körpertechnischen Erfindungen, Schulterblattsenkung und Fixation, als
Erschließung von Kraftquellen (eine Vorstellung, die für das
Klavierspiel eher Unheilvolles suggeriert).
Doch
Roth berichtet in ihrem Nachwort, gerade Calands technische Ratschläge
hätten ihr den Ausweg aus massiven Spielproblemen gewiesen und sie
seien der Schlüssel zur Sensibilisierung ihrer Bewegungswahrnehmung am
Klavier gewesen. Von daher sieht sie in Caland eine Pionierin des
modernen Körperbewußtseins, die erste Eutonistin am Klavier. Diese
kinästhetische Umdeutung der Calandschen Lehre verbindet Roth mit einer
dualistischen Perspektive: Einerseits Methodiken, die von der
Feinmotorik zur Grobmotorik fortschreiten und geometrisch beschreibbare
separate Bewegungsformen lehren (Aufstemmung, Rollung, Kippung),
andererseits solche, die von ganzheitlichen Bewegungsempfindungen und
von Einheitsspannung sprechen, und die (im biomechanischen Sinn) vom
Zentrum zur Peripherie vorgehen, allen voran Caland.
Dieses
dualistische Arrangement erzeugt allerdings auch blinde Stellen. Das
betrifft etwa E. J. Bachs Klaviertechnik, die auf einer integrativen
Einzelbewegung aufbaut (einer Rotation des Gesamtarms) und sich damit
weder in die Alternative separat/ganzheitlich noch in die von
Peripherie/Zentrum fügt, ebensowenig wie A. Whitesides alternating
action. Insbesondere solche Bewegungskonzepte schlagen aber zwischen den
von Roth als konträr beschriebenen Methoden eine Brücke, und zwar
eine, die in beiden Richtungen begehbar ist. Einerseits ermöglichen
präzise Bewegungsvorstellungen - wie F. Alexander und M. Feldenkrais
eindringlich gelehrt haben - fließendere Bewegungen, tragen mithin zur
Einheitsspannung bei. Andererseits entstehen durch genaue
kinästhetische Lokalisierung von Gelenken und Drehachsen klarere
Bewegungsformen. Die von Roth gewählte konfrontative Perspektive
scheint mir daher zu eng - geometrisch orientierte und kinästhetisch
orientierte Bewegungslehren stehen einander nicht konträr sondern
komplementär gegenüber.
Liszt
habe gelehrt, heißt es in Zitat Nr. 657, voll klingende Akkorde auf dem
Klavier ließen sich allein "aus dem Handgelenk, ohne aktive
Beteiligung des Arms" hervorbringen. Die Formulierung brachte mich
ins Grübeln: Ob nicht auch der Kronzeuge vollendeten Klavierspiels
Täuschungen unterlegen sein könnte (etwa bei der Wahrnehmung von
Mikro-Armbewegungen), wo er nicht genügend trennscharfe Kategorien zur
Verfügung hatte? Roth spricht in ihrem Nachwort an, zu welchen
Verwirrungen und Paradoxien fast alle methodischen Termini führen, auch
die von ihr selbst verwendeten Begriffe Fixierung und Ganzheit. Mit
diesem Stil - Distanz auch den eigenen Redeweisen gegenüber
aufzubringen und deren unausweichlich metaphorischen Charakter in
Rechnung zu stellen - löst sie sich von dem oftmals eifernden Ton der
in ihrem Buch dokumentierten klaviermethodischen Debatten.
Wer
theoretisch und praktisch danach sucht, wie gelungenes Klavierspiel
möglich ist, bewegt sich in einem schwer durchschaubaren prä- oder
parawissenschaftlichen Feld. Elgin Roth teilt mit, was sie bei ihrer
jahrzehntelangen Suche gefunden hat; in Form "historischer
Zitate" stellt sie ein hochmodernes Konzept künstlerischen
Klavierspiels vor - seinerzeit avantgardistisch, deswegen mißverstanden
und fast vergessen, heute aber lesbar als Entwurf einer Eutonisierung
avant la lettre -, eingebettet in eine Fundgrube klaviertechnischen
Wissens, die den Leser fast auf jeder Seite mit überraschenden
Wendungen konfrontiert.
Leonore
Rabl, nmz 4/2002
"Klavierpädagogik
als Erlebnis" - Elgin Roth präsentierte in München ihr neues Buch
Ebenso
wie durch die Sprache überzeugte Frau Roth durch die Demonstration von
Bewegungen ... Nach einer kurzen Pause spielten drei Musikstudentinnen
des Richard-Strauss-Konservatoriums Werke von Bach und Chopin. Frau Roth
ging auf wenige entscheidende Momente ein, und es war zu hören, wie die
Studentinnen verstanden und reagierten. Man begann zu ahnen, wie
klaviermethodisches Arbeiten der Frau Prof. Roth aussieht.Dieses Buch
verfolgt das Ziel, Wissen wieder verfügbar zu machen, welches vor knapp
hundert Jahren durch den alles beherrschenden Topos der
"Gewichtstechnik" verdrängt worden ist (Breithaupt). Schon
seinerzeit aber formulierten einige Klavierpädagogen an diesem Terminus
deutliche, durch Erfahrung bestätigte Kritik. Diese kommen in
vorliegendem Buch mit zahlreichen Zitaten zu Wort, zum Teil in direkter
Gegenüberstellung mit den "Gewichtstechnikern".
Es
zeigt sich, daß die Bewegungsinformationen dieser Gruppe von kritischen
Autoren mit den Prinzipien heutiger Körperpraktiken (Eutonie,
Alexander, Feldenkrais, etc.) übereinstimmen. Beide teilen die
"allgemeine Erkenntnis des Grundgedankens, nämlich: die
Einbeziehung des ganzen Körpers als funktionell einheitlich zu
behandelnden Bewegungsapparates beim Spielvorgang." (Elisabeth
Caland, 1910)
Forum
Musikpädagogik, Band 47 (Hrsg. Kraemer, Rudolf-Dieter) ·
Unterreihe Hallesche Schriften zur Musikpädagogik (Hrsg. Maas, Georg)
· im Auftrag des Institutes für Musikpädagogik der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
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